Offener Brief: Gesundheitsschutz an Schulen: Hitze und frische Luft

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder,
sehr geehrter Herr Kultusminister Professor Dr. Piazolo,

so angenehm sommerliche Temperaturen in der Freizeit auch sein mögen, so quälend sind sie im Klassenzimmer, wenn eine Maske getragen werden muss. Der Bayerische Elternverband fordert sofortige Lösungen für dieses Problem.

Ohne extremen Empfindlichkeiten das Wort reden zu wollen, leiden die Kinder bei der gegenwärtigen Hitze sehr unter den Masken. Unter solchen Bedingungen zu lernen, ist eine Qual. Selbst wenn man von der Abschaffung der Maskenpflicht absieht, gibt es noch viele Mittel und Wege zur Erleichterung, die überdies auch im Falle einer vierten Welle den weitgehend ansteckungsfreien Schulbetrieb in Präsenz gewährleisten. Wir fordern daher, nun unverzüglich alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

 

1.     Damit im Unterricht keine Masken mehr getragen werden müssen, muss die Staatsregierung kreativ werden und energisch Maßnahmen ergreifen, damit jeder Klassenraum schnellstmöglich eine technische Anlage bekommt, um die Luft von Keimen zu befreien. Mit dem Verweis auf die Zuständigkeit der Sachaufwandsträger geben wir uns nicht länger zufrieden! Notfalls hat der Freistaat selbst die entsprechenden Geräte anzuschaffen und deren Einsatz anzuordnen. In Frage kommen Luftfilter, Lüftungsanlagen oder Entkeimungsanlagen auf UV-Basis. Die neu geschaffenen Zuschüsse des Bundes[i] müssen zügig eingesetzt werden.

Die Anschaffung entsprechender Gerätschaften ist auch deswegen unabdingbar, weil bei warmen Außentemperaturen, ohne Temperaturgefälle von drinnen zu draußen, nur noch bei kräftigem Wind ein nennenswerter Luftaustausch stattfindet. Das im Hygieneplan vorgeschriebene Lüften führt somit nicht mehr zum Ziel, die Virenlast zu senken.

Werden die oben genannten Geräte mit Trennwänden aus Plexiglas kombiniert, kann nach Untersuchungen der Bundeswehruniversität Neubiberg mit Professor Kähler[ii] auf Masken verzichtet werden. Daher erneuern wir an dieser Stelle auch die Forderung nach Trennwänden.

 

2.     Der Kultusminister wird aufgefordert, die Verlagerung des Unterrichts nach draußen energisch und unverzüglich anzuschieben. Dies ist die einfachste Lösung, die Hygiene zu wahren, ohne Masken tragen zu müssen. Außerdem bekäme der Unterricht vollkommen neue und höchst erwünschte Qualitäten. Das Vertrauen, dass die Schulen selbst die damit verbundenen Chancen ergreifen, genügt nicht!

Wir fordern den Kultusminister ferner auf, Hilfen für den Unterricht im Freien zu geben und gegenüber Lehrkräften und Schulleitungen ausdrücklich festzustellen, dass dieser als „Unterrichtsgang“ problemlos genehmigungsfähig ist. Der Bayerische Elternverband leistet den Schulen mit seinem Projekt „Draußenschule“[iii] gerne Hilfe und bietet bereits ein Forum für Information, Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

 

Mit freundlichen Grüßen
Martin Löwe, Landesvorsitzender