Bayerischer Elternverband besorgt über Lehrerknappheit und Qualität des Unterrichts

Nicht nur der BLLV, der am heutigen Montag der Presse seine Bedenken zum Thema Lehrermangel und Unterrichtsqualität vorträgt, sondern auch der Bayerische Elternverband macht sich Sorgen über die Lehrerversorgung und die Unterrichtsqualität insbesondere der Grund- und Mittelschulen.

"Bisher erreichten uns zwar nur wenige Meldungen zu Unterrichtsausfällen," so der Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands (BEV), Martin Löwe. "Mehr ist erst mit dem Einsetzen der Grippewelle zu erwarten." Das Kultusministerium habe auch in diesem Schuljahr die Grundversorgung mit Lehrkräften abdecken können, allerdings um den Preis von - laut Elternmeldungen - großen Klassen. Auch der Einsatz von umzuschulenden Lehrkräften aus den Sparten Gymnasium und Realschule helfe bei der Unterrichtsversorgung, entspreche jedoch nicht den Vorstellungen des BEV von hohen pädagogisch-didaktischen Qualifikationen, die insbesondere an den Grund- und Mittelschulen unerlässlich seien. Löwe erläutert: "Seit jeher ist uns der marginale pädagogisch-didaktische Anteil in der Ausbildung für Realschul- und Gymnasiallehrkräfte ein Dorn im Auge. Dieses Manko wird nun in die Grund- und Mittelschulen importiert und dort seine Auswirkungen haben. Dass es sich in einer berufsbegleitenden zweijährigen Schulung ausgleichen lässt, wagen wir zu bezweifeln." Der BEV hat große Zweifel, dass so die zunehmende Heterogenität und Förderbedürftigkeit der Schülerschaft bewältigt werden kann.

Er hält daher, wie der BLLV, auch aus diesem Grund ein gemeinsames Grundstudium für alle Lehrämter für erforderlich - nicht nur wegen der dann flexibleren Einsatzfähigkeit von Lehrkräften an verschiedenen Schularten.

Im Übrigen habe die Schule mehr und komplexere Aufgaben denn je. Dafür reiche ein einziger Lehrer pro Klasse nicht mehr aus. Neben den Fachprofilen gebe es "weiche" Themen abzudecken, etwa Wertebildung, Demokratieerziehung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), außerdem gelte es, Schüler mit ADHS, sonderpädagogischem Förderbedarf oder Hochbegabungen zu fördern. "Von diesen hohen Zielen wird gerne und mit Stolz geredet. Wenn man sie aber ernst nimmt, ist ein einziger Lehrer je Klasse ohnehin zu wenig", findet Martin Löwe. "Gute Unterrichtsqualität braucht Personal, und von den versprochenen multiprofessionellen Teams ist noch kaum etwas zu sehen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier auseinander!"

Außerdem hält auch der BEV für unumgänglich, das Einstiegsgehalt für alle Lehrämter auf A13 zu heben, um den Lehrerberuf für Grund- und Mittelschulen attraktiver zu machen.

 

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Der Bayerische Elternverband ist der Verband für alle Eltern in Bayern. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

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