Die richtigen Schlüsse ziehen

Elternverband begrüßt PISA-Ergebnis und warnt vor Lernen unter Druck.

Das Bildungsniveau in Deutschland steigt. Bei der PISA-Studie von 2009 liegen die deutschen 15-Jährigen in Mathematik und den Naturwissenschaften klar über dem internationalen Durchschnitt. Ihre Lesekompetenz ist jedoch nach wie vor mittelmäßig und die Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Lage der Familie immer noch unerträglich groß.

Der Bayerische Elternverband sieht im Abschneiden der deutschen Schüler dennoch einen Beleg dafür, dass Bildungsförderung sich lohnt. Die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands, Maria Lampl, sagte nach der Veröffentlichung von PISA 2009: "Der Pisaschock von 2001 war heilsam, denn Bildung ist seitdem überall ein Thema, und die Kultusminister haben mit den bundesweiten Bildungsstandards einen Maßstab gesetzt. Das zahlt sich jetzt aus."

Die Tatsache, dass mit den Pisasiegern aus Asien Schüler an der Spitze stehen, die in der Schule Drill und extremen Leistungsdruck erleben, dürfe nicht zu falschen Schlüssen führen. "Es mag jetzt verführerisch sein, den Druck auf die bayerischen Schüler zu erhöhen und die Auslese zu verschärfen. Das hilft aber den schwächeren Schülern nicht und entspricht nicht unserem Menschenbild", sagte Lampl. Bayern solle sich stattdessen an Finnland orientieren, das sich als einziges europäisches Land in der PISA-Spitzengruppe befinde. Das Lesen als wichtigste Kompetenz müsse viel besser gefördert werden. "Dazu gehören als Mindestvoraussetzung gut ausgestattete Schulbibliotheken, die nicht aus Personalmangel geschlossen bleiben müssen."

Das hoffnungsvolle Abschneiden der deutschen Schüler liege vor allem daran, dass die Gruppe der Schwächsten kleiner geworden ist. Der BEV fordert mehr pädagogisches Personal an den Schulen, gut ausgestattete Ganztagschulen und längeres gemeinsames Lernen, um die Bildungschancen der Kinder aus armen, bildungsfernen Familien zu verbessern.