Eltern fordern längere gemeinsame Schulzeit

"Jedes Frühjahr ist es dasselbe, Eltern und Kinder verzweifeln am Übertritt", sagt Heike Hein, die Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes. Nachdem in diesem Schuljahr der Übertritt vom Kultusministerium "verschlimmbessert" wurde, sind die Schüler und Eltern besonders unter Druck.

Seit das Kultusministerium eine Richtzahl für Proben einfordert und noch vor den Übertrittszeugnissen möglichst viele Proben geschrieben werden sollen, sind die Kinder in der Schule maßlos überfordert. Mündliche Abfragen, oft zwei Proben in Hauptfächern in einer Woche und die ständige Angst um den Übertritt, sind nicht zu schaffen.„Unsere Kinder sind schließlich erst neun oder zehn Jahre alt und machen große Entwicklungsschritte,“ sagt Hein, „es ist vollkommen unverständlich, warum nicht noch mindestens zwei weitere gemeinsame Jahre zusammen gelernt wird.“

Der Bayerische Elternverband wünscht sich nicht nur mehr Stärkung des Elternwillens, sondern auch mehr Eigenverantwortung für Schulen und Lehrkräfte. „Für mich ist die Einführung der Probenrichtzahl ein untrügliches Zeichen für das Misstrauen des Kultusministeriums gegenüber den Lehrkräften“, sagt Hein. „Wenn man schon den Eltern nicht zutraut Entscheidungen für ihre Kinder zu treffen und den Elternwillen nicht freigibt, so sollte man wenigstens seinem eigenen Personal vertrauen.“

Der Bayerische Elternverband weist zum wiederholten Mal darauf hin, dass es für die Schüler beschämend und kontraproduktiv ist auf Noten reduziert zu werden, dies auch noch in einigen wenigen Fächern, von denen man glaubt sie seien das Maß aller Dinge.