Fachoberschule lässt Jugendliche auf der Straße stehen

Wenn am heutigen Freitag die Zeugnisse verteilt werden, bedeutet dies für ein Viertel der Schüler einer Eingangsklasse an der Fachoberschule das Aus.

Wer die Probezeit an der Fachoberschule nicht besteht, kommt vorwiegend vom M-Zug der Hauptschule, aber auch von der Wirtschaftsschule. Aus den Lehrplänen dieser Schulen erklären sich die Schwächen ihrer Abgänger, denn dort wird das Fach Englisch im Vergleich zur Realschule um zwei Wochenstunden weniger unterrichtet. Hauptschüler haben auch in Mathematik gravierende unverschuldete Defizite.

Wenn die Jugendlichen die Probezeit nicht bestanden haben, stehen sie von heute auf morgen auf der Straße. Sie haben weder eine Lehrstelle noch die Möglichkeit, sofort eine andere Schule zu besuchen. Da sie keine Schüler mehr sind, müssen sie sich selbst krankenversichern und bekommen keine Busfahrkarte bezahlt. „So zeigt sich wie durchlässig unser Schulsystem ist, es geht immer nur bergab“, sagt Heike Hein, die Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands. „Auch wird es für viele dieser jungen Menschen sehr schwierig, nach einem halben Jahr ohne Pflichten und Anforderungen wieder Tritt in einer Ausbildung oder in einer anderen Schule zu fassen“.

Der Bayerische Elternverband fordert daher, diesen Schülern den weiteren Besuch der Fachoberschule bis zum Ende des Schuljahres zu ermöglichen und sie zu unterstützen, ihre Wissenslücken zu schließen.