Reiche Eltern haben kluge Kinder

Der neue Ländervergleich weist Bayerns Schüler als die leistungsstärksten aus.

Der neue Ländervergleich weist Bayerns Schüler als die leistungsstärksten aus. Allerdings ist der Bildungserfolg abhängig vom Elternhaus. Die Schere zwischen Arm und Reich geht nicht nur wirtschaftlich, sondern auch bei den Schulabschlüssen Jahr für Jahr weiter auseinander.

"Das wundert niemanden, der sich mit dem bayerischen Bildungssystem befasst," so Maria Lampl, die Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands. "Schon Grundschüler benötigen teure Nachhilfe, um den Übertritt auf eine höhere Schule zu schaffen, von den Gymnasiasten ganz zu schweigen, die sich das alljährliche Vorrücken häufig nur durch den Geldbeutel der Eltern sichern können."

Gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis klammert sich die CSU an der rigiden Auslese nach der vierten Klasse fest. Alternative Schulmodelle, in denen Kinder länger gemeinsam lernen können, werden nicht einmal auf freiwilliger Basis zugelassen. Bei der frühkindlichen Förderung fehlen Plätze und Qualität. In der Grundschule werden die Kinder teils um 11.15 Uhr nach Hause oder in eine pädagogikfreie Mittagsbetreuung geschickt.

Seit zehn Jahren kennen wir die Probleme dieses Bildungssystems, aber die bayerische Bildungspolitik ignoriert die Tatsachen. Es wird in Kauf genommen, dass wir auf der einen Seite künftige Sozialhilfeempfänger produzieren, auf der anderen Seite Gymnasiasten, deren Schulalltag 50 wöchentliche Arbeitsstunden und erhebliche Unterstützung durch die Eltern voraussetzt.

Der BEV fordert eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung unserer Schulen, eine Abschaffung der Zwangsauslese nach der vierten Klasse und rhythmisierte Ganztagsschulen!