Bayerischer Elternverband zum Zwischenzeugnis: Noten sagen nicht viel aus

Wenn die bayerischen Schulkinder am Freitag ihre Zwischenzeugnisse nach Hause bringen, sollten Eltern nicht gleich nach den Noten schauen. Vielmehr rechtfertigt das von den Schülern bewältigte Halbjahr erst einmal eine gemeinsame Unternehmung oder eine andere Anerkennung des in jedem Fall Geleisteten.

"Eltern messen den Noten oft eine zu große Aussagekraft bei", bedauert Martin Löwe, Landesvorsitzender des Bayerischen Elternverbands. "Noten sagen z. B. nichts darüber aus, ob ein Kind den Inhalt des mit der Note "eins" bestandenen Tests überhaupt noch weiß oder ob es den Stoff einer mit "sechs" bewerteten "Ex" vielleicht erst kurz nach dem Test verstanden hat." Daher sollten Eltern in jedem Fall gelassen bleiben.

Nach wie vor setzt der Bayerische Elternverband ein großes Fragezeichen hinter das Bewertungssystem mit Noten. Letztere lieferten nur ein höchst unvollständiges Bild, hätten aber unverhältnismäßige Auswirkungen, vor allem auf den Übertritt. Zugleich würden sie von nicht messbaren und schwer steuerbaren Faktoren, wie etwa der Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler, massiv beeinflusst.

"Kein Kind möchte schlecht in der Schule sein" schließt Löwe. "Eine ruhige Durchsicht des Zeugnisses sollte erst einige Tage später erfolgen, und bei Problemen sollte man nie das Kind herabwürdigen, sondern gemeinsam mit dem Kind und der Lehrkraft einen Plan zur Verbesserung aufstellen."

***

Der Bayerische Elternverband ist der Verband für alle Eltern in Bayern. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

Bei Fragen zu dieser Pressemitteilung wenden Sie sich bitte an
Henrike Paede
Stellvertretende Landesvorsitzende
henrike.paede(at)bev.de
Tel.: 0821 437196
www.bev.de